Geschichte

Die Vorgängerkirche war die Schlosskapelle. Sie existierte schon im 13. und 14. Jahrhundert, und war dem St. Nikolaus geweiht. Ab 1481 ist sie Pfarrkirche für Neuenstadt geworden. Das Kloster in Schöntal erwarb bereits 1289 den "Zehnten" und das Kirchenpatronat, das es sich 1301 durch den Bischof von Würzburg einverleiben lies. Auch nach der Gründung der "Neuen Stadt" blieb die Kirche im Besitz des Klosters bis zur Reformation 1541. Davor gab es die Helmbundkirche die an der Straße nach Cleversulzbach heute noch als Ruine erhalten ist. Sie diente Neuenstadt bis 1481 und Cleversulzbach bis 1592 als Gotteshaus. Die Nikolauskapelle wurde für die Stadtbevölkerung im 16. Jahrhundert zu klein, deshalb kam es zum Umbau, die mit einer Einweihung am 1. Januar 1596 abgeschlossen wurde. Bemerkenswert ist, dass die mangelnden Platzverhältnisse in der Kirche durch die vielen Emporen bis in die heutige Zeit sichtbar sind. 

Der erste Eindruck beim betreten des Gotteshauses ist die Einmaligkeit der Emporen im Schiff, an welche sich der harmonisch wirkende Chor im Osten anschließt. Das äußere Gesamtbild des Gotteshauses ist bis heute erhalten. Aus der alten Kapelle ist heute noch der Taufstein der vorreformatorischen Zeit (1499) vorhanden. Von 1891 bis 1957 stand er allerdings bei der Ruine Helmbundkirche. Aus der alten Zeit, bis 1450 war Neuenstadt Weinsbergisch, ist auch noch der Grabstein der Anna von Weinsberg, eine geborenen Gräfin von Leiningen, die 1413 hier bestattet wurde. Nach dem Dreißigjährigen Krieg begann in Neuenstadt die eigentliche Hofhaltung mit Herzog Friedrich von Württemberg-Neuenstadt. Nach dem Tod des Herzogs Carl Rudolf von Württemberg-Neuenstadt (1742) endet die Regierungszeit der Neuenstädter Linie. Einige Stiftungen sind den Herzoglichen Familien zuzuschreiben: Das Kreuz (1703), die Orgel (1741) und Abendmahlsgeräte. Aus dieser Zeit stammt auch die Gruft als Grablege der herzoglichen Familie. 

Wichtige Merkmale der Innenansicht der Kirche wurden anlässlich der Kirchenrenovierungen 1891 und 1957 verändert bzw. neu gestaltet. 1891 wurde eine Empore am Westeingang entfernt, dafür die Südempore angebracht. Das Gestühl im Schiff wurde erneuert. Der Chor erhielt eine Bemalung der Decke und ein Chorgestühl. Fenster im Chor und auf der Südseite sind neu eingebaut worden. Der Altar und die Kanzel wurden bei dieser Renovierung gestiftet. 1891 wurde auch die Gruft wieder zugänglich gemacht. 

1957, nach Erneuerungen die Kriegsbedingt waren, wurde vor allem der Chor neu gestaltet, die Bemalung der Decke entfernt, das Gestühl herausgenommen und die Grabmale aufgestellt. Die Sitze auf den Emporen wurden durch Bänke ersetzt, die Orgel renoviert und um das Rückpositiv erweitert.