Epitaphe und Grabmale

Grabmal der Anna von Weinsberg (Im Chor an der Südwand)

Grabmal der Anna von Weinsberg

Anna von Weinsberg, geb. von Leiningen †1413, Ihr Gemahl ist Engelhard VIII von Weinsberg. †1415. Sie wohnen schon längerer Zeit im Schloss zu Neuenstadt wo sie ihren Witwensitz hatte. Anna machte mehrere Stiftungen für die damalige Kapelle. 1381 hat Engelhard in seinem Testament bestimmt dass er unter anderem, nach seinem Tod, Anna seine Gemahlin den Hof in Neuenstadt, "wo wir itzund innewonde sind", haushalten, das alte Haus bei der Kapelle oben hinaus gegen den Graben und den Keller darunter, den Stall daran, die Küche und auch den Keller unter dem vordem Haus innehaben soll. Anna bringt 10 Kinder zur Welt, 3 Söhne und 7 Töchter. Die 2 jüngeren Söhne Georg und Philipp kommen bei Turnieren ums Leben. Der älteste Sohn Konrad IX (1370 - 1448). wird als Erzbischof von Mainz, Kurfürst und Reichserbkämmerer der berühmteste Weinsberger des ganzen Geschlechts. Durch seine hohe Stellung beim Kaiser bekommt er manchen Titel, aber kein Geld für seinen Aufwand, sodass er des Kaisers Schulden bezahlen muss und dadurch sein eigenes Vermögen dafür opfert. 1450 kommt Neuenstadt endgültig unter pfälzische Herrschaft.

Epitaphe von Gemmingen (im Chor an der Ostwand)

Epitaph von Gemmingen links

Epitaph von Gemmingen rechts

Beide Epitaphe sind Anfang 17. Jahrhundert angebracht worden. In dieser Zeit war Bürg nach Neuenstadt "eingepfarrt". In Bürg wurde erst 1650 eine eigene Kirche gebaut.

Nordwand links, Schriftfeld links:

"Uff Sonntag denn 17.Monatstage Decembris 1609 Ist In Gott seeliglich entschlaffen der Edel und Vöst BERNOLFF von GEMMINGEN zur Bürg Desen Leichn. der Almechtig Ein fröliche Ufferstehung verleihen wölle. Amen. "

rechts daneben: "Uff Dinstag vor Mittag den 15.Monatstag Septembris Anno 1607 Ist in Gott Seeliglich Entschlaffen, die Edle und Thugentsame fraw ANNA von GEMMINGEN geb. von Grumbach, Deren Leichn. der Allmechtig ein fröliche ufferstehung verleie. Amen."

darunter: Christus ist darum für Alle gestorben, auf daß die, so da leben hinfort nicht ihnen selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. 2.Korinth: 5, 15.

Nordwand rechts Schriftfeld links:

"Mittwoch den 29.Januarii 1617 ist der wohl edel und gestreng SCHWEICKARDT von GEMMINGEN zu Presteneckh in Christo Seelig entschlaffen, seines Alters 61 Jahr 2 Wochen zween Tage, welchem Gott zu seiner Zeit eine fröliche Aufferstehung verleihe. Amen". 1.Joh.1,8.

rechts daneben: "Sonntag den 30.Juni 1631 ist seeliglich nachgefolgt die auch woledele,Ehrentugendreiche Frau MARIA von GEMMINGEN, geb. von Beckha, ehrengemeldten Junckern S.nachgelassene Wittib. Alters 60 Jahre, welche Gott an jenem Tag mitt Freuden wieder aufferweckhe. Amen."

Johannes Philippus von Ehrenberg (über der Sakristeitüre)

Johannes Philippus von Ehrenberg

Johannes Philippus von Ehrenberg 
Kreuz mit jungem Ritter
"Mittwoch Morgens um 5 Uhr 7. Dez. anno 1631 stirbt der wohl edel und gestreng JOHANNES PHILIPPUS von EHRENBERG, seines Alters 18 Jahr als er aus dem Krieg kranck nacher Newenstat Kommen, ligt allhier im Chor begraben, dessen Sel Gott genade." Umschrift: "Der Mensch vom Weibe geboren lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe."

Friedrich Eberhardt von Limpurg (Oberhalb der Süd-Empore)

Friedrich Eberhardt von Limpurg

Friedrich Eberhardt von Limpurg

Man kann auf einem Ölbild Christus, von Kindern, Müttern und Jüngern umgeben, erkennen, der darunter stehende Text lautet: "Lasset die Kinder zu mir kommen, denn solchen ist das Himmelreich". Der weitere Text ist lateinisch und lautet in verkürzter Übersetzung: "Der bekannte und erhabene Herr Eberhard, Freiherr in Limpurg, des Heiligen Römischen Reiches Erbschenk und Semperfrey und hier in Neuenstadt ehrwürdigster Obervogt, hat als höchst trauriger Vater in Erinnerung an sein kleines und sehr geliebtes Söhnlein Friedrich Eberhard, das in Christo fromm gestorben ist, diese Gedenktafel wehmütig trauernd aufgerichtet. Im Jahre des Herrn 1594."
Die Übersetzung ist der "Geschichtliche und heimatkundlichen Beilage zum Amtsblatt der Stadt Neuenstadt" vom Oktober 2003 entnommen, Verfasser: G. Reichert

Gottfried Limpurg, Sohn des Eberhard zu Limpurg (an der Ost-Wand im Chor)

Gottfried Limpurg, Sohn des Eberhard zu Limpurg

Gottfried Limpurg, Sohn des Eberhard zu Limpurg

Der Vater des Kindes war, wie die zitierte Grabinschrift aussagt, Schenk Eberhard von Limpurg. Von 1586 bis 1597 residierte er als herzoglicher Rat und Oberamtmann (Obervogt) in Neuenstadt und übte im Namen des regierenden Herzogs Friedrich 1. (1557- 1608) in Stuttgart die Herrschaft über die drei württembergischen Ämter Weinsberg, Neuenstadt und Möckmühl aus An der südöstlichen Chorwand ist ein Grabmal zu sehen, das seinem Kind gewidmet ist. Die über vierhundert Jahre alte Inschrift lässt sich erstaunlich leicht lesen: "Anno Domini 1590. Den 26. July. Ist in Christo seliglich entschlaffen, des Wolgebornen, Eberharden Herrn zu Limpurg, des hayl: Rom: Reichs Erbschenck und Semperfreyen junges Sohnlein. Gottfridt. seines alters 12 Wochen 2 tag. Dem Gott ein fröliche ufferstehung verleihe. Amen" Ein weiteres Denkmal des zweiten verstorbenen Sohnes von Eberhard zu Limpurg ist an der Südwand des Kirchenschiffs oberhalb der Empore angebracht.

Grabstein der Sabina von Helmstadt (an der Ostwand im Chor)

Sabina von Helmstadt

Grabstein der Sabina von Helmstadt
2 Wappen, rechts ein nach links sehender Rabe und links ein fünfendiges Hirschgeweih. Sabina v. Helmstadt war die Tochter des Amtmanns von Helmstadt und starb 1558 Text: Sabina von Helmstadt ANNO.DOMINI.1.5.5.5.VF DINSTAG DEN.26.IVLII. STARB DAS EDEL IVNKFRAWLIN SABINA VON HELMSTAT.DES AMOTMANS ALHIE EHELICHE DOCHTER. VND WARTET. DER FRÖLICHEN VFERSTEVNG.IN CHRISTO IHESV.

Magister Johann Wolf (im Chor an der Ostwand)

Magister Johann Wolf

Er war von 1654 bis 1669 Superintendent (Dekan) in Neuenstadt und starb 1669. Umschrift (ab oben links) M:IOH.JACONVS WOLFIVS: DIAC. BOTWAR. PERXXI. HIC NEAPOLITAN. DEC.PERXV. AN PARENT. M.IOH. WOLFIO AN. MARS. STAEHELIN M.C.C

Übersetzung 

Umschrift: M(agister?) Ioh. lacobus Wolfius, Diac(onus) in Bottwar 21 (Jahre) lang -- hier Neuenstädter / Decan über 15 Jahre / den Eltern: M(agister) Ioh. Wolf und Anna Maria Stählin 1600 

Text: Seht! Nächte des Mai zweimal drei hat das hohe Licht vertrieben. Der Spezial Wolfius legte sich frohlockend zum Sterben nieder. Allein, da er für Jesus gelebt hatte (vgl. Röm 14,8), starb er auch fröhlich und mit dem Wunsch aufgelöst werden. (vgl. Phil 1,23?) Da der Tod ihm Gewinn war (vgl. Phil 1,21), war die Bestattung der Ertrag und der Tod ihm der Eingang zum Leben. 
Noch mehr, er bereitet sogar dem gerechten Mann lebendige Freuden. Du bist also nicht untergegangen, sondern in alle Ewigkeiten erwirbst du das erhoffte Ewige, guter Mann, durch dein Ende.

Hainrich Dörzbach

Hainrich Dörzbach

Hainrich Dörtzbach war Obervogt in Neuenstadt. Sein Erinnerungsbild ist oberhalb der der Südempore:

Taufe Jesu, Erinnerung an Hainrich und Maria Dörtzbach

Ein kniender Vater mit 2 Söhnen und eine Mutter mit 6 Töchtern. Umschrift: "Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn, darum wir leben oder sterben so sind wir des Herrn" "Anno dni 1598: Freytags den 29. XBRIS (Dez.) starb selig inn Christo, der Ehrnhaft und vorneme, HAINRICH DÖRTZBACH, Bürger und gerichts allhie,desen seelen Gott genadt". "Anno 1607 den 3. NOUEBRIS starb Inn Gott seelig, die Erbare MARIA HEINRICH DÖRTZBACHS seeligen nachgelassene Witib deren seelen Gott gnedig sey"