Stadtkirche St. Nikolaus

Gebäude, in denen sich Christen zu Gottesdiensten versammeln sind an ganz bestimmten Merkmalen und Eigenheiten als Kirchen zu erkennen. Baumeister, Architekten und Künstler zusammen mit Theologen haben sich im Lauf der Jahrhunderte darüber Gedanken gemacht, womit man ein Haus zum Gotteshaus macht. Der Gang durch unsere Kirche will Bilder und Einrichtungsgegenstände erklären und die dazugehörige Sprache deuten. 

An vielen Stellen, neben dem Kreuz am Altar, sehen wir den Gekreuzigten auf Bildern und Grabmälern. Ist am Kreuz der Leichnam Jesu angebracht nennen wir das ein Kruzifix. Das Schild "INRI" am oberen Ende des Kreuzes bedeutet "Jesus Nazarenus Rex Judaerum (Jesus von Nazareth, König der Juden)". 
Die Besonderheit der Nikolaus-Kirche sind die auf der Ostseite befindlichen drei Emporen, die von Anfang an in der Kirche vorhanden waren. Notwendig wurden diese Emporen durch die Vielzahl an Gottesdienstteilnehmern. Wesentliche Veränderungen der Emporen wurden erst 1891 bei einer großen Renovierung vorgenommen.

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Innenraum Richtung Westen

Innenraum Richtung Westen

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Ostansicht

Westansicht

Ostansicht 
Über dem Chor ist ein kleines Türmchen angebracht, dieses diente vor dem Umbau der Schlosskapelle 1595 als kleiner Glockenturm.

Der Stadttorturm ist gleichzeitig Glockenturm für die Kirche

Innenraum 
An das große Kirchenschiff mit drei Emporen fügt sich der gotische Chor an


Erzengel Michael

Erzengel Michael an der Westwand

1949 hat Professor Yelin aus Stuttgart das Sgraffitobild an der Westwand erschaffen. Es zeigt den Erzengel Michael mit dem Drachen.

Das Bild erinnert an Offb. 12,7-12 an den Kampf mit der Übermacht des Bösen, in dem wir alle stehen, in dem uns aber überirdische Mächte beistehen und Christus schon den Sieg gewonnen hat durch die Hingabe seines heiligen Lebens (Zitat von Dekan Schaible 1949)

Westeingang

Begrüßunstext am Westeingang

"Gott segne Euren Eingang"

Tympanon über dem Westeingang

Tympanon am Westeingang

Altar und Kruzifix

Altar und Kruzifix

Der Altar steht im Mittelpunkt des Chorraums. Er ist der Ort des Abendmahls und erinnert an den Berg Golgatha, die Opferung Jesu als Inhalt des Evangeliums. Kanzel und Altar werden mit besonderen Tüchern behängt, die sogenannten Paramente. Liturgische Farben der Paramente kennzeichnen die kirchlichen Feste. Altar und Kruzifix stammen aus verschiedenen Epochen. Der Altar wurde anlässlich der großen Kirchrenovierung 1891 von der Familie Leitz aus Bad Mergentheim gestiftet. Das Kruzifix ist eine Stiftung des Herzogs Friedrich August aus Neuenstadt aus dem Jahr 1703. Der Korpus ist aus Marmor und das Kreuz aus Sandstein angefertigt. Am Fuß des Kreuzes (hinter dem Altar) ist das Fürstliche Wappen (Württemberg) zu sehen.

Kanzel

Kanzel

Kanzel

Die Kanzel wurde im Jahr 1891 von Frau Marie Möricke, Witwe des Apothekers Karl Abraham Möricke, gestiftet. Die Kanzel ist im Neu-Gotischen Stil von dem Kunstschreiner Zundel aus Stuttgart hergestellt worden. Dominierend sind die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Über den Evangelisten steht der Satz: "Ihr seid es nicht die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet" (Matthäus 10,20). Am Sockel ist die Stifterfamilie vermerkt. Um die Predigt des Pfarrers besser hören und sehen zu können ist sie erhöht. Von der Sakristei aus ist die Kanzel über einen Treppenaufgang zugänglich.

Taufstein

Taufstein

Taufstein

Der Taufstein sagt uns: "Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet" (Markus 16,16) Der Taufstein stammt noch aus vor reformatorischer Zeit. Er wurde 1499 angefertigt und war vermutlich bereits in der Vorgängerkirche, der Schlosskapelle, aufgestellt. 
1891 war der Taufstein anlässlich der großen Renovierung überflüssig und wurde zur Ruine Helmbundkirche versetzt. 
1957 wurde er nach der Kirchrenovierung zurückgeholt, und das Taufsteinbecken von Eugen Walter angefertigt. Das Becken trägt die Inschrift "Werdet Kinder des Lichts", Im Deckel findet sich die Schrift: "Ein Glaube + Eine Taufe + Ein Herr."